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Modernisierung, Wachstum und Kooperation

Geschäftsbericht der Ilseder Hütte mit Titelbild zur neuen Universalstraße in Peine, 1958
Geschäftsbericht der Ilseder Hütte mit Titelbild zur neuen Universalstraße in Peine, 1958

In den 1950er- und 1960er-Jahren stand die wirtschaftliche Entwicklung der Ilseder Hütte im Spannungsfeld von Wiederaufbau, allgemeinem Wirtschaftsaufschwung, steigenden Produktionszahlen und zugleich steigenden Kosten, hohem Investitionsbedarf und Kapitalmangel. Der Konzern investierte an allen Standorten in umfangreiche und kostenintensive Modernisierungsmaßnahmen.

In Ilsede wurden die Hochöfen und Nebenanlagen ausgebaut, in Peine entstanden neue Walzstraßen und ein modernes Blasstahlwerk, das 1964 seinen Betrieb aufnahm. Das mittlerweile veraltete Thomas-Stahlwerk wurde stillgelegt. Im Erzbergbau erfolgte schrittweise eine Konzentration auf besonders leistungsfähige Anlagen. Den eigenen Steinkohlenbergbau gab die Ilseder Hütte 1969 auf, indem sie ihr Bergwerk Friedrich der Große in die neugegründete Ruhrkohle AG einbrachte. Das kleine Mindener Bergwerk hatte sie bereits 1958 geschlossen.

Parallel zu all diesen Maßnahmen zeichnete sich für die Ilseder Hütte – wie für die gesamte Montanindustrie – immer deutlicher ab, dass der international wachsende Wettbewerbsdruck langfristig nicht mehr allein durch Modernisierungen und Rationalisierungen aufgefangen werden konnte. Branchenweit setzte ein Trend zu Kooperationen und Fusionen ein.

Die Ilseder Hütte hatte bereits in den 1950er-Jahren Vereinbarungen mit dem benachbarten Hüttenwerk in Salzgitter vor allem über Erzlieferungen und -erschließungen getroffen. In den 1960er-Jahren wurden diese Beziehungen durch kostenreduzierende Produktions- und Investitionsabstimmungen intensiviert.

Peine, Arbeiter an der Feinstraße, 1955
Peine, Arbeiter an der Feinstraße, 1955
Hüttenwerk Ilsede, ca. 1957
Hüttenwerk Ilsede, ca. 1957
Steinkohlenbergwerk Friedrich der Große, 1967
Steinkohlenbergwerk Friedrich der Große, 1967
Demonstrationen für den Erhalt des Hüttenwerks in Salzgitter, ca. 1950
Demonstrationen für den Erhalt des Hüttenwerks in Salzgitter, ca. 1950

Das Nachbarunternehmen war als Teil des deutschen Besitzes des ehemaligen Reichswerke-Konzerns mittlerweile in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland übergegangen und gehörte zur bundeseigenen AG für Berg- und Hüttenbetriebe, die 1961 in Salzgitter AG umfirmierte. Sein Fortbestand war erst nach langwierigen politischen und öffentlichen Auseinandersetzungen genehmigt worden, und da die Betriebsanlagen zu großen Teilen demontiert waren, musste das Hüttenwerk weitgehend neu aufgebaut werden.

Ab 1953 firmierte es als Hüttenwerk Salzgitter AG, ab 1964 als Salzgitter Hüttenwerk AG.

Presseveranstaltung zur Gründung der Stahlwerke Peine-Salzgitter AG, 1970
Presseveranstaltung zur Gründung der Stahlwerke Peine-Salzgitter AG, 1970

Ab Mitte der 1960er-Jahre entwickelten sich aus der langjährigen Kooperation zwischen Ilseder Hütte und Salzgitter intensive Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss, in die zeitweilig auch weitere Unternehmen mit einbezogen wurden. Sie mündeten schließlich darin, dass der damalige Salzgitter-Konzern seinen in der Salzgitter Hüttenwerk AG zusammengefassten Stahlbereich sowie einige weitere hüttenrelevante Beteiligungen im Rahmen einer Kapitalerhöhung in die Ilseder Hütte einbrachte.

Die Salzgitter AG übernahm zugleich die Aktienmehrheit an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, das damit mehrheitlich in staatlichen Besitz überging. Die Ilseder Hütte firmierte zum 1.10.1970 in Stahlwerke Peine-Salzgitter AG um.


© Salzgitter AG
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