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Zur Geschichte des Produktionsstandortes Salzgitter

Im Dienst des NS-Staates

Bauarbeiten für das Hüttenwerk Salzgitter, ca. 1938
Bauarbeiten für das Hüttenwerk Salzgitter, ca. 1938

Am 15. Juli 1937 gründete der nationalsozialistische deutsche Staat die Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten "Hermann Göring", um in der bis dahin ausschließlich landwirtschaftlich geprägten Region Salzgitter ein Hüttenwerk zu errichten und zu betreiben. Entscheidend für die Standortwahl waren die Eisenerzvorkommen des Salzgitter-Gebietes, die zur Förderung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit vom Ausland und zur Unterstützung der staatlichen Rüstungspolitik genutzt werden sollten. Noch im Winter 1937 begann der Bau des Hüttenwerkes, das den Planungen nach das größte und modernste der Welt werden sollte.

Am 22. Oktober 1939, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde in Salzgitter erstmals Roheisen ausschließlich aus Salzgitter-Erzen erzeugt. Die Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten "Hermann Göring" war inzwischen zu einer Tochtergesellschaft des Reichswerke-Konzerns geworden. Dieser Konzern entwickelte sich unter Führung der in Berlin ansässigen AG Reichswerke "Hermann Göring" innerhalb weniger Jahre über Salzgitter und die deutschen Grenzen hinaus zu einem riesigen Konglomerat von Unternehmen, die rücksichtslos allein den totalitären Ansprüchen des nationalsozialistischen Staates verpflichtet waren.

Die Arbeiter und Angestellten für das Hüttenwerk in Salzgitter und die benachbarten Konzernunternehmen wurden in allen Teilen Deutschlands und im Ausland angeworben, die Bevölkerung der Region vervielfachte sich innerhalb kürzester Zeit. Ihre Lebensbedingungen waren schwierig, da die benötigte Infrastruktur parallel zu den Werksanlagen erst aufgebaut werden musste und mit dem Bedarf nicht Schritt halten konnte. Ab Kriegsbeginn wurden in schnell wachsender Zahl Zwangsverpflichtete, Kriegsgefangene, ausländische Zwangsarbeiter und ab 1942 auch KZ-Häftlinge zur Arbeit im Hüttenwerk und in den benachbarten Unternehmen des Reichswerke-Konzerns gezwungen. Ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen waren unmenschlich und grausam, es gab zahlreiche Tote. Seit 1994 erinnert eine auf dem Gelände des Hüttenwerkes Salzgitter eingerichtete Gedenkstätte an das Leid dieser Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft.

Zerstörte Wohnbaracke nach einem Luftangriff, 1941
Zerstörte Wohnbaracke nach einem Luftangriff, 1941
Hüttenwerk Salzgitter, 1945
Hüttenwerk Salzgitter, 1945

Im April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Region Salzgitter und das Hüttenwerk. Mit Ausnahme von Kraftwerk und Wasserwerken, die zur Versorgung der Bevölkerung dringend nötig waren, wurden alle Betriebe stillgelegt. Die unter Zwang eingesetzten Arbeitskräfte sowie viele der zugewanderten Beschäftigten verließen die Region.


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